Wochenbericht vom 4. Oktober 2020

Cari Amici del Vini

Woche 29 – ausnahmsweise mit ein paar Gedanken unseres Stammgasts Giovanni Leardini: Als langjähriger und treuer Amico del Vini bin ich gottenfroh, dass meine Stammbeiz heuer auf die traditionellen Vini-Ferien im Oktober verzichtet – obwohl ich dem Team die freien Tage natürlich von Herzen gegönnt hätte. Die alljährliche Zwangs-Vini-Abstinenz während der Fasnacht und im Herbst ist weit schlimmer als jede Coronavirus-Quarantäne. Zwei Wochen ohne festen Boden unter den Füssen – oder genauer ohne Stuhl unter meinem Hintern am Stammtisch im Höfli. In der Vini-losen Zeit begegne ich in der Stadt amigs anderen Amici del Vini, die mit irrem Blick durch die Gassen streifen auf der vergeblichen Suche nach einem gleichwertigen Ersatz. Das Vini ist einzigartig: Der Wein, das Essen, und vor allem die echte, nicht aufgesetzte Herzlichkeit des Personals. Hut ab, wie professionell sie diese schwierige Zeit meistern, immer mit einem Lächeln und ohne je zu motzen über die immer neuen Covid-Vorschriften der Obrigkeit. Und dann natürlich die spannenden Menschen, nicht nur am Stammtisch, jede und jeder mit ihrer und seiner eigenen Geschichte. Dumme Sprüche, schöne Erinnerungen, hitzige Debatten und tiefgründige Gespräche, hier ist alles möglich, e se non è vero è ben trovato. Ich bin froh, dass ich ein Amico del Vini sein darf und helfe weiterhin gerne mit, das coronabedingte Umsatzloch wenigstens ein bitzeli zu stopfen. Grazie e a presto, carissimo Vini!